25.09.2026: Nachtflug Buochserhorn
Autor: Marcel Fliss
"Nachts fliegen nur die Fledermäuse"
Es sei denn, man gehört einem Club an, der "Nachtfliegen" zum Programm macht!
Mit viel Vorfreude auf den spezielle Flugevent trafen wir uns - 16 Pilotinnen und Piloten des GCL - auf eine der letzten Gondelfahrten bei der Niederrickenbach-Bahn. Mario Zurmühle, unser Organisator, hat uns schon vorab mit nützlichen Informationen versorgt. Im Vergleich zu einem "normalen" Hike-and-Fly gab es einiges mehr zu checken: Neben Wind und Luftraum auch Beleuchtung, Flugpläne, Info an Rega und Rettungsdienst, wegen allfälligen nächtlichen Flugbewegungen. Bei der Eingabe der Flugpläne haben uns Mario und Fabian unterstützt - vielen Dank!
Gut vorbereitet liefen wir also von Niederrickenbach los Richtung Buochserhorn. Oben angekommen setzte bereits die Abenddämmerung ein und es breitete sich ein wunderschönes Panorama im warmen Abendlicht vor unseren Augen aus.

Es hatte bereits ein satter Westwind eingesetzt, der es den Ungeduldigen ermöglichte, bereits eine Runde zu drehen und wieder oben reinzulanden (freiwillig oder unfreiwillig 😉). Die anderen waren mit mehr oder wenig kreativen Formen der Beleuchtung beschäftigt; von einfachen Velolampen bis hin zur Weihnachtsbeleuchtung war alles dabei!
Und so wurde es langsam Nacht die Stimmung mystisch und die Anspannung stieg.

Es folgten die letzten Vorbereitungen im Schein der Stirnlampen. Ein paar Gedanken schlichen durch den Kopf: Wie gut können wir uns in der Luft gegenseitig sehen? Wie klappt es mit der Schirmkontrolle beim Start in dem inzwischen doch zügigen Wind? Werden wir den Landeplatz gut finden und die Höhe abschätzen können? Mein letzter Nachtflug war schon ein paar Jahre zurück.

Aber die fantastische Stimmung liess keine Zweifel offen, das wird ein unbeschreiblich schönes Abenteuer! Also 3-2-1 los. Etwas Zug auf die Leinen und ab in die Luft. Der laminare Westwind verleitete zum Soaren und da erst wenige gestartet waren, konnte ich das Buochserhorn und das markante Kreuz mühelos überhöhen, ohne den anderen in die Quere zu kommen.

Dann folgte ein langer Abgleiter in absoluter Stille und Dunkelheit. In der Ferne leuchtete die Stadt Luzern und die Berge rundherum zeichneten sich schemenhaft im Nachthimmel ab.

Beim genaueren Hinschauen konnte man die anderen Piloten mit ihren kreativen Beleuchtungen ausmachen: Rechts oben der Christbaum, links unten die Brautschleppe, unten der blinkende Flügel, der wie ein Linien-Jet im Anflug schien.
Unten in Wolfenschiessen erwartete uns Leo, der uns einen beleuchteten Kreis in die Landewiese gemacht hatte und uns eine gute Orientierung ermöglichte. Der Anflug und das Aufsetzen am richtigen Ort waren demnach sehr einfach.
Einige konnten sich kaum vom Buochserhorn trennen und genossen die guten Soaring-Bedingungen noch eine Zeit lang, was um diese Zeit ein sehr ungewohntes Bild an den Nachthimmel projizierte. Die anfliegenden Piloten erschienen wie UFO's am Himmel und wir fragten uns, ob es wohl die eine oder andere UFO-Sichtung in die Sozialen Medien schaffen würde!
Am Schluss, nachdem alle sicher gelandet waren, genossen wir das Landebier, gute Gespräche und die fröhliche Stimmung!
Vielen Dank Mario und alle, die mitgeholfen haben, diesen unvergesslichen Nachtflug zu ermöglichen.




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